Einzelcoaching im Studio: Wie eine Sitzung für Ihren Vortrag abläuft
Ein Blick in die persönlichen Sitzungen des Studios: was wir mit Ihrem Vortrag, Ihrer Stimme und Ihrem Auftreten tun und wie sich die Arbeit über mehrere Termine aufbaut.
Jonas Brandt · · 5 Min. Lesezeit
Was das Einzelcoaching im Kern ist
Das private Einzelcoaching ist der Teil unseres Angebots, in dem alles auf eine einzige Person zugeschnitten ist. Es gibt kein feststehendes Übungsprogramm, das Sie durchlaufen. Stattdessen bringen Sie Ihren konkreten Vortrag, Ihre Rede oder Ihre Keynote mit, und wir arbeiten an genau diesem Material. In den Sitzungen geht es um drei Dinge, die zusammengehören: Ihren Text, Ihre Stimme und Ihr körperliches Auftreten.
Ich unterrichte am Studio die Körperwahrnehmung und sehe deshalb zuerst, wie Sie stehen, wie Sie atmen und wo sich Spannung sammelt, sobald Sie zu sprechen beginnen. Viele Vortragende bemerken das selbst nicht, weil sie ihre Aufmerksamkeit ganz auf den Inhalt richten. In der ruhigen Atmosphäre eines Einzelraums lässt sich das ohne Druck beobachten und Schritt für Schritt verändern.
Der erste Termin: Zuhören und Beobachten
Die erste Sitzung beginnt mit einem Gespräch. Wir fragen, wann und vor wem Sie sprechen, wie lange der Auftritt dauert und was Sie an früheren Situationen als unbefriedigend erlebt haben. Danach bitten wir Sie, einen Abschnitt Ihres Vortrags so zu sprechen, wie Sie es auch vor Publikum tun würden, stehend und in Ihrem gewohnten Tempo.
Währenddessen halte ich fest, was ich sehe: wohin der Blick wandert, an welchen Stellen der Atem flach wird, wie die Füße stehen, wann die Schultern nach oben wandern. Diese Beobachtungen besprechen wir anschließend in Ruhe. Es entsteht keine Liste von Fehlern, sondern ein Bild davon, was bereits trägt und wo sich mit kleinen Veränderungen viel gewinnen lässt.
- Ihr Anlass, Ihr Publikum und die Dauer des Auftritts
- Ein kurzer Abschnitt Ihres Vortrags, frei gesprochen
- Gemeinsame Auswertung von Stand, Atem und Blickführung
Stand, Atem und Stimme zusammenführen
Aus dem Gespräch ergeben sich die ersten Übungen. Meist beginnen wir mit dem Stand: Gewicht gleichmäßig auf beide Füße, die Knie nicht durchgedrückt, der Brustkorb weit, ohne dass er angespannt wirkt. Aus diesem Stand entwickelt sich der Atem, der tiefer und ruhiger werden darf, weil der Körper dafür den Raum bekommt.
Erst danach richten wir die Aufmerksamkeit auf die Stimme. Sie merken, dass sie mit weniger Kraftaufwand weiter trägt, wenn Haltung und Atem zusammenwirken. Katharina Lindemann bringt als Stimmcoach bei Bedarf Resonanzübungen ein, wenn die Stimme in einer bestimmten Lage dünn oder eng klingt. Jede Übung bleibt kurz genug, dass Sie sie zu Hause allein wiederholen können.
Arbeit am eigenen Material
Der entscheidende Unterschied zum Gruppenunterricht liegt darin, dass wir Ihren Vortrag selbst als Übungsstoff nehmen. Wir sprechen Satz für Satz durch, suchen die Stellen, an denen eine Pause die Aussage stärkt, und klären, wo Sie schneller werden, ohne es zu wollen. Oft zeigt sich, dass ein einziger gesetzter Atemzug einen ganzen Absatz ruhiger wirken lässt.
Mareike Voss, die vom Theater kommt, unterstützt auf Wunsch bei Blickführung und Bewegung im Raum. Wohin schauen Sie bei einem Gedanken, wann treten Sie einen Schritt zur Seite, wann bleiben Sie bewusst stehen? Solche Entscheidungen treffen wir gemeinsam und proben sie so oft, bis sie sich selbstverständlich anfühlen und nicht einstudiert wirken.
- Pausen und Betonungen an den passenden Stellen
- Tempo und Lautstärke für den konkreten Raum
- Blick, Gesten und Bewegung für Ihren Auftritt
Wie sich die Sitzungen über mehrere Wochen aufbauen
Ein einzelner Termin kann viel klären, doch wirklich verankern sich Veränderungen über mehrere Sitzungen. Wie viele Termine sinnvoll sind, hängt von Ihrem Anlass und Ihrer Vorerfahrung ab und wird im Erstgespräch besprochen. Zwischen den Terminen üben Sie kurze Einheiten allein, damit die Wirkung nicht erst im Studio entsteht.
In den späteren Sitzungen sprechen Sie den Vortrag mehrfach am Stück, stehend, in der Länge, die Sie auch vor Publikum brauchen. Wir achten darauf, dass die Ruhe auch in der zwanzigsten Minute noch da ist. Gerade in diesen Herbstwochen, in denen viele Tagungen und Jahresveranstaltungen anstehen, lohnt es sich, früh genug zu beginnen, damit der Auftritt nicht aus dem Stegreif entsteht.
Voraussetzungen und was Sie mitbringen sollten
Sie brauchen keine Vorkenntnisse in Stimmbildung oder Bewegung. Hilfreich ist ein konkreter Anlass, auch wenn er noch einige Wochen entfernt liegt, und ein Textentwurf oder zumindest eine Gliederung. Bequeme Kleidung, in der Sie sich frei bewegen können, und flache Schuhe machen die Arbeit angenehmer.
Realistisch ist, dass Sie nach wenigen Sitzungen ruhiger stehen, tiefer atmen und Ihre Stimme gezielter einsetzen können. Ein Garantieversprechen für einen bestimmten Erfolg geben wir nicht, denn jeder Auftritt hängt auch von Ihnen, Ihrem Thema und dem Publikum ab. Was wir zusichern können, ist aufmerksame, diskrete Begleitung in einem Raum, in dem Sie ohne Zuschauer ausprobieren dürfen.
- Ein konkreter Vortrag oder Redeentwurf
- Bequeme Kleidung und flache Schuhe
- Bereitschaft, kurze Übungen zwischen den Terminen zu wiederholen
Das Einzelcoaching ist ruhige, genaue Arbeit an einem Auftritt, der Ihnen wichtig ist. Es verbindet Stand, Atem, Stimme und Text zu einer Einheit, die Sie selbst tragen können. Wenn Sie wissen möchten, ob diese Form für Ihren Anlass passt, schildern Sie uns über die Anfrage kurz Ihr Vorhaben, und wir besprechen mit Ihnen in Ruhe die nächsten Schritte.
Jonas Brandt
Dozent für KörperwahrnehmungJonas Brandt unterrichtet somatische Ausrichtung und Bewegung. Er arbeitet an Stand, Haltung und ruhiger Körpersprache.